Vom 17.9 bis zum 18.9.2016 fand in der Jugendherberge auf der Nürnberger Burg das Seminar „Zukunftswerkstatt – JEF Bayern 2.0“ statt. Die Teilnehmer setzten sich sowohl aus erfahrenen als auch aus frischen Mitgliedern zusammen. Ziel des Seminars war es, die auf der Landesversammlung am 18.07.2016 aufgeworfene Frage nach der Identität und der Ausrichtung der JEF Bayern zu beantworten. So soll der Verband wieder zukunftsfähig ausgerichtet werden, Mitgliederschwund und einem schwierigen politischen Umfeld zum Trotz. Die Ergebnisse des Seminars wollen wir euch in diesem Artikel vorstellen.

Das Seminar war in vier Blöcke aufgeteilt. Nach einführenden Grundlagen wurde sich mit den Themen „Selbstbild finden“, „Vision skizzieren“, „Route planen“, „konkret werden“ befasst.

1. Selbstbild finden

Nach einem Stimmungsbild aller Anwesenden machten wir uns daran, ein Selbstbild für die JEF zu entwickeln. Die Teilnehmer wussten zwar, wofür die JEF steht, es zu erklären ist aber schwierig. Die Unklarheit, was die Ziele der Verbandsarbeit sind, lassen die Zukunft aber schwierig erscheinen. Danach wurde die persönliche Motivation der Teilnehmer abgefragt, der JEF beizutreten. Zur Frage „Was treibt uns an?“ wurden aber auch Faktoren gesammelt, die die JEF den Teilnehmern attraktiv machte.

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Da das Ziel des Seminars auch beinhaltete, die JEF Bayern zu verbessern, mussten auch Probleme angesprochen werden. Im nächsten Schritt wurden daher die „Baustellen“ des Verbandes gesammelt:

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2. Visionen skizzieren

In diesem Block wollten wir den Kern der JEF-Identität herausarbeiten. Dabei ging es nicht darum, ein vollständiges Bild von dem zu liefern, was die JEF alles kann. Es ging darum, die wesentlichen und für uns persönlich wichtigsten Aspekte zu isolieren. Im Feld „Was treibt uns an“ fingen wir nun an, die verschiedenen Beitrittsmotivationen zu bündeln und Oberbegriffe (gelbe Karten) zu sammeln. Die Idee dahinter: das, was uns zum Beitritt bewogen hat, macht auch die Identität aus – oder sollte es zumindest.

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Diese Überbegriffe versuchten wir nochmals zusammenzufassen (orangene Karten). Alles in allem zeigt sich, dass die JEF in ihrem Inneren auf der „Diskussionskultur“, der „Überparteilichkeit“ und dem Slogan „europäisch denken-lokal handeln“ basiert. Unser Handeln als Verband soll ein „positives Europabild“ vermitteln und „Europas Zukunft gestalten“. Dies sind unsere übergeordneten Ziele, die unsere Arbeit anleiten sollen.

Wir widmeten natürlich auch dem Ist-Zustand. Wir sammelten daher nun neben den identifizierten Baustellen auch unsere Wunschvorstellung. „Wenn dir eine Fee drei Wünsche erfüllen könnte, was würdest du an der JEF ändern?“ Mit diesen Ideen, die wir auf weiße Karten schrieben, wurden wieder Gruppen gebildet und Überbegriffe (gelb) gesammelt:

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3. Route planen

Im Zuge dieses Prozesses identifizierten wir folgende Aspekte, die für uns besonders wichtig erschienen (grüne Karten): „Effiziente Organisation“, „Ziele definieren“, „Marketing“, „aktive Kommunikation“ und „Lebendige Vereinskultur“. Diese Dinge sollten unserer Meinung nach getan werden, bzw. sind Problemfelder, denen wir uns widmen müssen.

Bei der Priorisierung dieser Baustellen-Oberbegriffe erhielt „Ziele definieren“ die Höchste Priorität, sowohl die „Lebendige Vereinskultur“, die „aktive Kommunikation“ und die „Zielerreichung“ darauf aufbauen. Die Entwicklung einer „effizienteren Organisation“ geschieht kontinuierlich und hängt eng mit dem weiteren Entwicklungspfad zusammen. Und „Marketing“? Dazu gleich mehr!

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4. Konkret werden

Bei der Diskussion über mögliche Ziele ist uns bewusst geworden, dass es eine Grundsatzfrage gibt: wie wollen wir als Verband in Zukunft arbeiten? Diese Frage haben wir auf einen einfachen Dualismus heruntergebrochen: Experten oder Agitatoren? Entweder wir werden Fachleute für einzelne Themen, die so die Meinungsbildung vorantreiben, oder wir versuchen durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen unser Ziel, ein positives Europabild, zu erreichen.

Für die Entscheidung hierüber wurden die Argumente abgewogen. Letztlich sehen wir größere Erfolgschancen für die JEF Bayern in öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Kampagnen. Hierfür können die Mitglieder schnell geschult werden und sich auch mit kurzfristigem Engagement einbringen. Eine solche Form von Verbandsarbeit kann niedrigschwellige Angebote bieten, um die Mitgliederbasis zu stärken. Für eine Expertengruppe ist eine langfristige Beschäftigung mit europäischen Themen notwendig. Damit wird auch nur ein kleinerer Kreis als mit „Agitation“ erreicht. Nichtsdestotrotz braucht die JEF eine starke inhaltliche Basis – aber welchen Rang sie in unserer Außendarstellung übernehmen soll, ist debattierbar. Für uns war das Ergebnis, dass unsere Arbeit vorrangig dem Ziel dienen sollte, junge Menschen an eine kritische, aber positive Einstellung zu Europa heranzuführen. Gleichzeitig können wir denjenigen, die sich vertieft damit beschäftigen wollen, ein Forum für inhaltlichen Austausch bieten.

Die Umsetzung der Entscheidung wurde anhand einer Pyramide veranschaulicht:

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Um prüfen zu können, wie gut diese Unterziele erreicht wurden, haben wir Indikatoren zur Messung definiert:

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Darauf aufbauend gibt es eine Reihe von Dingen, die wir in den nächsten Monaten angehen möchten:

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Bei der Frage, welche Veranstaltungen durchgeführt werden sollen, stießen wir ebenso wie bei der Beschäftigung mit der Baustelle „Marketing“ auf eine übergeordnete Frage: wie verkaufen wir uns am besten? Die Kernaspekte unserer Identität haben wir erörtert. Wir wissen, wofür wir stehen. Wir wissen, wohin wir wollen. Nun fehlt noch ein klassischer „Sales pitch“. Wir müssen unsere Botschaft prägnant formulieren, und unsere Werbemaßnahmen, Veranstaltungen und Außendarstellung daran ausrichten. Hierfür sehen wir dringenden Bedarf an einem weiteren Workshop, idealerweise mit Unterstützung aus der Werbebranche.
Die nächsten Schritte sind die Vorstellung der Ergebnisse des Seminars im Bundesausschuss und im Landesausschuss am 02.10.2016. Im Landesausschuss soll auch eine Diskussion über die Annahme des „Seminarkonzepts“ und ggf. über die Implementierung stattfinden. Wenn sich die anwesenden Kreisverbände positiv äußern, werden wir bei der nächsten Sitzung des Landesvorstandes Anfang November konkrete Maßnahmen einleiten, um unsere Arbeit dahingehend auszurichten.
Es war ein intensives und arbeitsreiches Wochenende, aber auch ein produktives! Allen Teilnehmer gebührt an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön!

Ebenso danken wir der Arbeit und Leben gGmbH für die Unterstützung bei der Planung und die Förderung des Seminars.

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